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Republik Kongo: Kultur und Bildung

01.07.2019 - Artikel

Kultur

Die Republik Kongo wurde seit der Kolonialzeit durch den kulturellen Einfluss Frankreichs geprägt, hat aber stammesgeprägte Regionaltraditionen bewahrt (besonders die Kultur der Téké und Mbochi im zentralen Hochland).

Während der deutschen Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg war Brazzaville als Hauptstadt des Freien Frankreich ( « France Libre ») zeitweise Dienstsitz von General de Gaulle. Aus dieser und der nachfolgenden Zeit stammen eine große Zahl moderner, bemerkenswerter Architekturbauten in Brazzaville, die vom Stil der Bauhaus-Tradition geprägt sind.

Institutioneller Mittelpunkt der aktuellen kulturellen Aktivitäten ist mangels sonstiger Kultur- und Aufführungseinrichtungen das französische Kulturzentrum in Brazzaville. Daneben gibt es eine lebhafte Musikszene im Stadtteil Bacongo – wo auch die Pflege der „Sape“ durch die elegant gekleideten „Sapeurs“ entstanden ist und gepflegt wird. Daneben gibt es private Initiativen im Bereich der bildenden und darstellenden Kunst.

In Fortführung kultureller Traditionen wurde im zweijährigen Turnus das panafrikanische Festival der Musik (FESPAM) begangen, das mit Unterstützung der UNESCO und der EU stattfand. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise fehlten in den letzten beiden Jahren die Mittel, das Festival erneut zu organisieren. Brazzaville ist zudem seit 2013 „UNESCO-Musikstadt“. Wichtige öffentliche Kultureinrichtungen, z.B. die Nationalbibliothek und das Nationalmuseum, wurden im Bürgerkrieg 1997 zerstört und geplündert und von der öffentlichen Hand seitdem nicht wieder rehabilitiert.

Bildungspolitik

Das öffentliche Erziehungswesen gliedert sich in vier Ebenen: Drei Jahre fakultative Vorschule, sechs Jahre Grundschule, vier Jahre Mittelstufe (Collège) und drei Jahre Oberstufe (Lycée). Es ist mit unzureichenden Mitteln ausgestattet, chronisch notleidend, und wird von teuren Privatschulen immer mehr ins Abseits gestellt. Die niedrigen Gehälter zwingen die Lehrer zur Aufnahme von Nebenerwerben und Abwanderung in die Privatschulen.

Durch Zerstörung oder Plünderung der Schulgebäude sowie Vertreibung und Flucht des Lehrpersonals in den Bürgerkriegen erlitt das Erziehungswesen einen herben Rückschlag, von dem die Oberschulen besonders betroffen waren. Diese Schulen der (katholischen) Kirche sind die qualitativ hochwertigsten Ausbildungsstätten des Landes.

Die Alphabetisierungsrate liegt bei etwa 79,3 Prozent. Die gesamte Bevölkerung beherrscht neben der jeweiligen lokalen Sprache Französisch.

Es werden Auslandsstipendien für Studienanfänger an Universitäten v.a. in Frankreich, Russland, Kuba, China und in der Türkei vergeben.

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