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Republik Kongo: Wirtschaft

01.07.2019 - Artikel

Die Republik Kongo konnte dank ihrer Ölvorkommen jahrelang hohe Wachstumszahlen verzeichnen. Sie ist der viertgrößte Ölproduzent in Subsahara-Afrika, seit 2017 OPEC-Mitglied, und leidet unter dem Ölpreisverfall. Ab 2019 dürften nach Jahren der Rezession erstmals wieder positive Wachstumszahlen zu verzeichnen sein.

Die Diversifizierung der Wirtschaft, insbesondere in den Sektoren Bergbau und Landwirtschaft, kommt aufgrund des schlechten Investitionsklimas kaum voran. Wegen Zahlungsausfällen stagniert der Ausbau der Infrastruktur. IWF und Weltbank haben die Diversifizierung zur Priorität erklärt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in den beiden größten Städten Brazzaville und Pointe Noire. Die Republik Kongo muss ca. 70 Prozent ihrer Lebensmittel einführen, wofür zunehmend die Devisen fehlen.

Zwar konnte das Land im Jahr 2010 von einem vollständigen Schuldenerlass durch den Pariser Club profitieren, trotzdem beträgt die Verschuldung nach Berechnungen des IWF inzwischen über 110% des BIP. Eine Übereinkunft mit dem IWF über ein neues Programm wird für Mitte 2019 erwartet.

Die Republik Kongo ist Mitglied der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC), der Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (CEEAC), sowie der Organisation zur Harmonisierung des Handelsrechts in Afrika (OHADA).

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die kongolesische Wirtschaft wird stark vom primären Sektor geprägt. Die Ölproduktion macht circa 75 Prozent der Wirtschaftsleistung und 92 Prozent des Exports aus (gefolgt von Holz mit 2,9 Prozent); die wichtigsten Exportpartner sind China (52 Prozent), Frankreich, Italien und die Türkei. Der wichtigste Erdölproduzent, der französische Konzern Total, verfügt über 50 Prozent der Ölbohrlizenzen.

Die Landwirtschaft hat ein kaum genutztes Potenzial, das stärker als bisher zur Diversifizierung der Volkswirtschaft beitragen könnte. Der Agrarsektor ist der wichtigste Arbeitgeber auf dem Land, Landwirtschaft wird jedoch zumeist nur als Subsistenzwirtschaft betrieben.

Investitionsklima

Der “Doing Business Report” der Weltbank von 2019 sieht die Republik Kongo auf Platz 180 von 190.

Bürokratieabbau und Korruptionsbekämpfung sind wichtige Ziele, auf die vor allem die internationalen Partner hinzuwirken versuchen. Im Corruption Perceptions Index 2018 von Transparency International belegt die Republik Kongo Rang 165 von 180.

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